Lebenslauf Emma

Emma Barbara Gleißner

Sie wurde am 11.12.1922 in Ringelberg 12 geboren. Ihre Taufpatin war Emma Pavel aus Eger. Sie besuchte die hiesige Volksschule vom September 1928 bis Juli 1936. Im Jahre 1937 arbeitete sie als landwirtschaftliche Gehilfin in Gründelbach bei Tirschenreuth/Opf., weil es in unserer Heimat keine Arbeit (auch keine Lehrstelle) für sie gab. Im Altreich war die Arbeitslosigkeit bereits abgebaut. Wegen ihrer verhältnismäßig schwachen Konstitution musste sie diese Tätigkeit beenden und kam nach dem Anschluss als Dienstmädchen nach Tachau (Hotel zum Schwarzen Bären). 1940 wurde sie zum Reichsarbeitsdienst nach Ybbsitz an der Donau (Oberösterreich) einberufen. Anschließend wurde sie dienstverpflichtet zur Straßenbahn nach Wien. Von dort kam eine Verpflichtung als Hausgehilfin nach Marienbad (Hotel Villa Nizza). Marienbad war damals eine Lazarettstadt mit 10 – 20.000 Verwundeten und einem Krankenhaus der Reichshauptstadt Berlin. Am 03.03.1945 kam ihre Tochter Anneliese in Ringelberg Nr.12 zur Welt und sie blieb deswegen zunächst im Elternhaus daheim. Der Vater des Kindes Wilhelm Rathfelder aus Pforzheim in Baden befand sich in russischer Kriegsgefangenschaft und kam erst in den 50er Jahren nach Deutschland zurück. Am 05.05.1945 besetzten die US-Streitkräfte Ringelberg und im Sommer 1945 kamen tschechische Nationlaverwalter (Narodni Vibors) an und besetzten teilweise das Elternhaus (Mistni narodni vibor Prohaska) und die SNB (Stras Nadrodni Bezpecnost), diese hausten in ungebührlicher Weise und führten sich als die Alleinherren auf. Nachdem der Zustand unerträglich wurde, mussten die Bewohner ihre Heimat verlassen und wurden im April 1946 vertrieben. Zunächst war Rückers bei Fulda in Hessen der neue Wohnort. Dann kam sie mit der Mutter und dem Kind nach Colmberg bei Ansbach, Mittelfranken. Nunmehr trat sie in einem frauenlosen Haushalt in Steinersdorf bei Ansbach (Berger) eine Arbeitsstelle an, bis dieser Haushalt aufgelöst wurde. Körperlich sehr geschwächt stellten sich schwere gesundheitliche Probleme ein, die einen Aufenthalt im Krankenhaus Ansbach erforderten. Nach einer kurzen Genesungszeit nahm sie dort die Arbeit als Gehilfin auf. Durch die schweren Nachkriegsverhältnisse und die Kriegsfolgen war sie aus physischen Gründen nicht mehr in der Lage, ihren Lebensunterhalt und den des Kindes für die Dauer zu erwirtschaften. Ihr Leistungsvermögen war erheblich eingeschränkt. In den 60er Jahren bekam sie nach langwierigen Untersuchungen und Verhandlungen eine Frührente zugewiesen und fand mit viel Mühe Aufnahme in einem Pflegeheim, wo sie sich bis dato sich befindet.