Barbara Gleißner

Nachruf auf Barbara Gleißner im Heimatboten für die Kreise Tachau und Bischofteinitz v. 22. Februar 1974

Wir gedenken unserer Toten

Die Heimatkreisbetreuung, Vorstandschaft des HK-Vereins Tachau e.V. und HB-Schriftleitung bedauern zutiefst das Ableben nachstehender Landsleute und sprechen den Angehörigen ihre aufrichtige Anteilnahme aus. Möge der Allmächtige den Verstorbenen seine Gnade zur Einkehr in das Reich der Ewigkeit verleihen.

Ringelberg: Am 25. Januar 1974 verstarb im Ansbacher Krankenhaus unsere Lm. Barbara Gleißner aus Ringelberg Nr. 12 (Grawaschen-Bettl), versehen mit den hl. Sterbesakramenten. Bereits anfangs Dezember 1973 erkrankte sie an Durchfall und Verstopfung. Diese Erkrankung erachtete sie zunächst nicht als Gefahr, auch nicht, als sich ihre Schmerzen steigerten. Am 20. Januar 1974 ließ sie sich dazu überreden, in das Krankenhaus zu gehen. Wegen völliger Belegung des Krankenhauses wurde sie für eine Aufnahme am 29. Januar 1974 vorgemerkt. Am Nachmittag des 24. Januar 1974 traten derart starke Schmerzen auf, dass eine sofortige Einlieferung ins Krankenhaus erforderlich war. Die Operation in der Nacht ergab, dass der Darm geplatzt war. Es gab keine Rettung mehr. Der Dekan von Ansbach spendete die letzte Ölung, daraufhin wurde unsere Landsmännin Bettl ruhig. Ihre Stimme war bereits gebrochen, doch unsere Landsmännin war noch immer bei vollem Bewusstsein. Am Sterbebett waren alle Kinder versammelt. Sie wurde nach Geretsried übergeführt und dort auf dem Waldfriedhof am 30. Januar 1974 zur letzten Ruhe gebettet.

Frau Barbara Gleißner, geb. Roth, wurde am 17. Sept. 1895 in Galtenhof-Thörl Nr. 27 (Hammerschmied-Bettl) geboren. Die Mutter verstarb 1939, der Vater 1944. Am 30. Januar 1922, also auf den Tag genau 52 Jahre vor ihrem Begräbnistag, heiratete sie nach Ringelberg. Vier Kindern schenkte sie das Leben, von denen eins 1931 verstarb. Die anderen Kinder wurden 1922 (Emma), 1925 (Franz) und 1927 (Josef) geboren. Der Ehemann verstarb 1934 in Tachau. Die Kinder waren zu diesem Zeitpunkt noch unmündig, 12, 9 und 5 Jahre alt. Im April 1946 kam die Familie Gleißner nach Rückers bei Fulda, 1947 in die Umgebung von Ansbach. In Ansbach lebte der Sohn Franz. Sohn Josef kam 1947 aus der englischen Kriegsgefangenschaft, jetzt lebt Franz in Geretsried als Inhaber eines Elektrogeschäfts. 1951 erlebte die Landsmännin Bettl einen Schlaganfall, von dessen Folgen sie sich nicht mehr völlig erholen konnte.

Um Frau Gleißner trauern außer ihren drei Kindern noch vier Enkel und drei Urenkelkinder, gerade letztere waren bis zuletzt ihr ganzer Stolz.

Am 16. September besucht sie mit ihrem Sohn Josef Mähring und Bärnau, weil sie noch einmal einen Blick in die verlorene Heimat tun wollte, wohl ahnend, dass sie zum letzten mal in der Nähe ihrer geliebten Heimat ist.

Das herzliche Beileid der Heimatzeitung, der Heimatbetreuung und der Landsleute gilt den Kindern, den Enkeln und Urenkeln. Wir verneigen uns in Ehrfurcht vor ihrem Grabe und sagen ihr Dank für ihre Heimattreue.

Ferdinand Roth.

 

BarbaraGleißner (2.v.re. )im Nov. 1973 mit Familie